Episode 114: Hoffnung
Zum Jahresbeginn 2026 mache ich mir keine guten Vorsätze, sondern denke über meine Hoffnungen nach, Pflegebildungshoffnungen sozusagen. Hoffnung ist für mich, trotz des Wissens, dass das Übel nicht auszurotten ist, vom Gegenteil auszugehen. Hoffnung ist für mich, mir die Einsicht in das Sinnvolle und Notwendige nicht zerstören zu lassen, sondern an deren Verwirklichung trotz aller Widrigkeiten weiterzuarbeiten. Und über einige Hoffnungen, die ich in mir trage, erzähle ich in dieser ersten Episode des Jahres 2026.
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Die Hoffnung kann ich nur teilen. Und ja, Veränderung – auch in der Pflege – ist ein Marathon und kein Sprint. Man braucht einen langen Atem und den Willen, dran zu bleiben.
Was aus meiner Sicht keine Option ist: Das Zielbild oder das fachlich und ethisch richtige Handeln der aktuellen Praxis „anzupassen“ und damit zu opfern. Insofern bin ich der Meinung, dass die „Theorie“ weiterhin leitend für die „Praxis“ und der Umgang mit der Differenz im Soll-Ist-Abgleich ein Teil des Lernprozesses sein muss.
Danke für die Gedanken!
Um nicht falsch verstanden zu werden: Es geht mir nicht um die Anpassung des Ziels an die (unzureichende) Praxis. Vielmehr muss sich Theorie mit gelebter Praxis konfrontieren lassen und Antworten bieten. Und das können die Theorien, Konzepte und Modelle sehr gut. Es ist nur die Aufgabe in der Ausbildung (aber auch Weiterbildung), diese Konfrontation didaktisch geleitet zu ermöglichen. Damit das Potential von Theorien und Konzepten erkannt werden kann. Ansonsten bleibt es beim viel zitierten Gap zwischen dem, was wir Theorie nennen und dem, was als Praxis bezeichnet wird.
In Tübingen durfte ich noch Ernst Bloch, am Ende seines Lebens, hören. Prinzip Hoffnung:-) Mir gefällt es, einem Jahr ein Motto zu geben bzw. überhaupt ein Motto zu geben. Ich beschäftige mich aktuell mit Sophie Mannerheim, der finnischen ICN-Präsidentin von 1925, die der Konferenz in Helsinki das Motto „Frieden“ gegeben hat. – Eigentlich wollte ich heute in den Gottesdienst gehen, aber es war mir zu kalt und ich dachte mir, dass eine Ansprache von Dir, Roland, zum Motto „Hoffnung“ ein gleichwertiger Ersatz sei. – Wenn ich noch eine Hoffnung angliedern darf (allerdings nicht auf die Ausbildung bezogen), dann diejenige, dass die WIKIPEDIA in der akademisch qualifizierten Pflege mehr Aufmerksamkeit bekommen möge. Wir haben da deutlichen Aufholbedarf im Vergleich beispielsweise zur Medizin. KI generierte Informationen werden aber nicht selten aus WIKIPEDIA Artikeln generiert (und uns dann von den SuS präsentiert) und deshalb liegt es auch an uns, inwieweit wir hier gestalterisch tätig werden. – Danke für das Motto „Hoffnung“ für 2026. Ich resigniere in letzter Zeit ziemlich oft was die Entwicklung in der Pflege anbelangt. Da kann mir dieses Motto helfen.